08.08.2019

Im Konflikt verändert sich die innere Haltung

Die Würde des Menschen ist unantastbar – so gut wie jeder Mensch behauptet von sich dieses Grundgesetzt zu achten. Eine wohlwollende und wertschätzende Haltung anderen Menschen gegenüber ist für viele selbstverständlich. Wenn es jedoch zu einer Diskussion, einem Disput oder Konflikt kommt, verändert sich diese Haltung schnell.

Im Konflikt verändert sich die innere Haltung
© shutterstock.com | manop

In einem Disput wird die wohlwollende Haltung schnell ad acta gelegt, das Wohl des anderen aus den Augen verloren und die Würde des Menschen wird plötzlich antastbar. Wenn es zu einer strittigen Situation oder einem Konflikt kommt, in dem sich Emotionen von jetzt auf gleich verändern, verändert sich auch die innere Haltung.

Veränderungen im Konflikt

Die Summe aus Ihren Überzeugungen, Werten und Erfahrungen, Ihrem Wissen, Ihrer Persönlichkeit sowie Ihrer Sozialisierung macht die innere Haltung aus. Es ist die Art und Weise, wie Sie anderen Menschen gegenüber grundsätzlich eingestellt sind. Die meisten Menschen behaupten von sich eine positive innere Haltung zu besitzen und stets einen wertschätzenden Umgang mit anderen zu pflegen. In Konflikten wird diese Grundhaltung oft aus den Augen verloren. Ihr Gegenüber wird spüren, wie sich Ihr wertschätzendes Verhalten auflöst. Die Fähigkeit über den eigenen Tellerrand zu blicken und zu sehen, wie sich der andere fühlt, verändert sich. Dieses regressive Verhalten, welches laut Friedrich Glasl Normalität ist, führt dazu, dass viele in strittigen Situationen das Wohl des anderen außer Acht lassen.

Das Kunststück zurückzufinden

Um Konflikte lösen zu können, braucht es die Bereitschaft für Kompromisse. Dafür bedarf es einer inneren Haltung, die erlaubt die Wertschätzung, das Wohl und die Würde des Gegenübers positiv im Auge zu behalten – das ist ein Kunststück. Es ist nicht zu erwarten diese hohe Kompetenz während eines Konflikts durchgehend an den Tag zu legen. Die Kunst liegt darin in Konfliktsituationen stets darauf zurückzukommen. Das Harvard-Modell bringt es auf den Punkt: Denken Sie immer daran Probleme anzugehen und nicht Menschen. Bleiben Sie hart in der Sache aber sanft zu den beteiligten Menschen. Wer es schafft in einem Konflikt immer wieder darauf zurückzukommen, wird diesen mit hoher Wahrscheinlichkeit erfolgreich lösen.

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