18.03.2019

Wenn die Zeit nicht alle Wunden heilt

Ein Vorgesetzter trifft eine Entscheidung, die der Mitarbeiter akzeptieren muss und die ihn verletzt und enttäuscht. Verletzt, weil ihm Kompetenzen abgesprochen werden. Enttäuscht, weil sein Wunsch, auf seinem beruflichen Karriereweg ein bestimmtes Ziel zu erreichen, durch die Entscheidung nicht mehr in Erfüllung gehen wird.

Der Auslöser

Auslöser dessen war das Ergebnis einer Unternehmensberatung, dass sich Führungsstrukturen verändern sollten. Das Unternehmen folgte diesem Ergebnis und Führungskräfte verloren ihre Position. Sicher, sie bekommen eine andere Position. Vielleicht bekommen sie auch ein gutes Angebot, das die Veränderung im Unternehmen abschwächt oder ein Verlassen des Unternehmens versüßt. Das Vorgehen jedoch verletzt und enttäuscht die Führungskraft. Die möglichen Gründe lesen sie oben.

Die Folgen

In manchen Fällen verlassen die Mitarbeiter oder die Führungskraft das Unternehmen. Manche haben gute Gründe zu bleiben. Für andere ist es besser, in der zweiten Reihe im Traumberuf zu stehen, statt wegzugehen. Dann sind es wieder Sachzwänge, die ein Bleiben erforderlich machen.

So oder so ... die Verletzungen und Enttäuschungen sind da. Und werden mehr oder weniger bearbeitet. Es wächst Gras drüber – scheinbar. Die Zeit verändert die Wahrnehmung – heilt die Wunden. Oder?

Die Zeit heilt eben nicht alle Wunden

Manchmal eben nicht. So erlebe ich es immer wieder. Plötzlich und unerwartet brechen die Verletzungen und Enttäuschung während Konfliktmoderationen hervor und alle Beteiligten sind überrascht, auch die enttäuschten Personen. Der Umgang nach langen Jahren ist oft schwierig, vor allem, wenn die scheinbaren Verursacher nicht mehr vor Ort sind. Wichtig für die verbliebenen betroffenen Personen ist, »ihren Frieden« zu finden. Das kann auch in Form von Bestätigung auf anderem Weg durch Aufgabenstellungen sein, andere Formen der Motivation sowie Anerkennung.

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