20.12.2018

Weg mit dem Konflikt – schließlich ist es kurz vor Weihnachten!

Nur noch wenige Tage bis Heiligabend. Dann sitzen alle gut gelaunt beisammen, essen gut und ausgiebig und herzen und scherzen miteinander. So ist zumindest der Plan. Dass es über die Feiertage vermehrt zu Streitigkeiten unter Familienmitgliedern kommt, ist längst immer wiederkehrende Realität, wenn man mehr Zeit als gewöhnlich miteinander verbringt. Doch was tun mit bereits seit längerer Zeit bestehenden Konflikten zum Beispiel innerhalb eines Teams? Sollten die kurz vor Weihnachten nicht besser »weg«?

Es ist ein Phänomen, welches mich jedes Jahr ungefähr im Oktober erreicht. Zu dieser Zeit schaue ich auf meinen Kalender und frage mich, wie viele Anfragen für Konfliktmoderationen mich wohl in diesem bis Ende November erreichen – mit dem Hinweis der beauftragenden Führungskraft, dass diese bitte schnellstmöglich und gerne ohne ihn beginnen, denn er ist jetzt erst mal im Urlaub. In meinen Anfängen als Mediatorin hat mich das noch echauffiert. Heute rechne ich bereits im Vorfeld damit.

Im Jahr war die Konfliktlösung nicht wichtig genug ...
Die meisten der Konflikte, die mich zu dieser Zeit erreichen, sind nicht etwa neue Konflikte. Vielmehr schwelen diese bereits seit längerer Zeit. Nur scheint es von Ostern bis jetzt Wichtigeres gegeben zu haben. Bis zum Fest ist ja schließlich noch genügend Zeit.

Mittlerweile prüfe ich bei Anfragen dieser Art deren Ernsthaftigkeit und beschäftige mich dann damit.

Jeder, der mit Konflikten zu tun hat, weiß, dass diese umso »heftiger« werden, je länger sie andauern. Bleibt die Frage: Warum wird dann so oft erst am Jahresende an die Konfliktklärung gedacht? Soll das vielleicht ein Weihnachtsgeschenk an die betroffenen Mitarbeiter sein?

Je später ein Konflikt gelöst wird, desto länger dauert der Prozess. Und wenn dieser ein schwerwiegender ist, dauert die Konfliktlösung unter Umständen auch bis nach Weihnachten.

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