23.11.2018

Was tun, wenn sich ein Konflikt entwickelt?

Sicher sind Sie bereits durch mehrere Konfliktsituationen »hindurchmanövriert«. Manche dieser verliefen möglicherweise glimpflich, andere wiederum lassen sogar heute noch erneut Ihren Blutdruck ansteigen, allein beim puren Gedanken daran. Was können Sie gezielt tun, damit die nächste Konfliktsituation nicht solche Narben in Ihren Erinnerungen hinterlässt? Dazu muss man erst einmal verstehen, was genau ein Konflikt ist.

Was steckt hinter einem Konflikt?

Bei einem Konflikt geht es um ein nicht befriedigtes und zugleich oft nicht benanntes Bedürfnis. Ein Beispiel: Zwei Schwestern streiten sich um eine Orange. Die Mutter geht dazwischen, teilt die Orange in zwei Hälften und gibt jedem Kind eine davon. Trotzdem sind beide Schwestern weiterhin unzufrieden! Warum? Die eine möchte einen Kuchen backen und braucht die Schale. Die andere hat große Lust auf einen Orangensaft. Doch das wusste die Mutter nicht. Sie hatte auch nicht gefragt.

11 Schritte für die selbstständige Konfliktlösung

Was also können Sie gezielt tun, wenn in Ihrem Team eine Konfliktsituation auftritt?

  1. Schieben Sie ein lästiges Thema wie dieses nicht weg, wenn es in Ihren Entscheidungsbereich gehört. 
  2. Setzen Sie sich stattdessen mit dem Konflikt und den dazugehörenden Personen auseinander. 
  3. Versuchen Sie herauszufinden, was es ist. Saft oder Schale? Worum geht es konkret? Was ist also das Interesse, welches nicht benannt ist und im Hintergrund schwelt? 
  4. Fragen Sie sich, inwiefern Sie an dem Thema beteiligt sind. So kann z. B. mangelnder Informationsfluss, Überforderung oder unbeabsichtigte Bevorzugung dazu geführt haben. 
  5. Falls Sie an dem Konflikt beteiligt sind, überprüfen Sie, wie gut Sie den Konflikt wertfrei und aufgeschlossen für andere Sichtweisen moderieren können. 
  6. Bereiten Sie sich auf jedes Gespräch vor. 
  7. Holen Sie alle Konfliktbeteiligten an den Tisch. 
  8. Überprüfen Sie, wie weit der Konflikt fortgeschritten ist. 
  9. Definieren Sie, was Sie erreichen möchten. Legen Sie auch Zwischenziele fest. 
  10. Definieren Sie das Ziel der Konfliktbeteiligten. 
  11. Sollte das Gespräch nicht vorangehen, unterbrechen und vertagen Sie das Gespräch lieber. Vorsicht: Bitte nur unterbrechen und nicht abbrechen! Terminieren Sie direkt neu mit möglichst wenig Zeit bis zum nächsten Termin. 

Diese Ansätze werden in den meisten Fällen bereits einen Lösungsweg aufzeigen.

Bitte beachten Sie folgendes bei Konflikten

  • Menschen in Konflikten sind zunehmend weniger in der Lage, sich in andere hineinzuversetzen mit der Folge, dass sich Fronten mehr und mehr verhärten, wenn nichts gegen diese Dynamik unternommen wird.
  • Sehr lange gärende Konflikte sind meist bereits zu festgefahren und bedürfen einem Eingreifen von außen.
  • Manche Konflikte sind einfach nicht lösbar. Die Gründe dafür können in einer mangelnden Bereitschaft liegen oder in anderen persönlichen Gründen. 

Sollten Sie sich nicht in der Lage sehen, einen bestehenden Konflikt bis zu einer Lösung zu begleiten, ist schnellstmöglich professionelle Hilfe gefragt. Sollten Sie bald gerne in der Lage sein wollen, selbst Konflikte professionell zu begleiten, empfehle ich Ihnen ein Konflikt-Coaching. Ich wünsche Ihnen viel Erfolg!

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