17.12.2018

Was tun mit dem Konflikt zum Jahresende?

Konflikt-Expertin Ulla Schnee über die wiederkehrende Anfrage nach Konfliktmoderation kurz vor Weihnachten

Düsseldorf. In der zweiten Hälfte des vierten Quartals des Jahres landen sie immer wieder im Postfach von Ulla Schnee: Anfragen für Konfliktmoderationen. Nicht etwa für nächstes Jahr, sondern solche, die bitte bis Weihnachten erledigt sein sollen. Meist existieren diese Konflikte bereits seit Jahresbeginn oder länger, doch ist man bis jetzt noch nicht dazu gekommen, sich damit intensiver zu beschäftigen. Aber bis zum Weihnachtsfest ist ja auch noch Zeit.

„Man sollte nicht meinen, dass tatsächlich die Meinung vorherrscht, ein bereits seit längerer Zeit tief sitzender Konflikt ließe sich innerhalb weniger Tage beheben“, findet die Konflikt-Expertin, die Unternehmen darin unterstützt, Konflikte zu bearbeiten und sie befähigt, mögliche Konflikte gar nicht erst entstehen zu lassen.

Die späteste Anfrage im Jahr, die an Ulla Schnee herangetragen wurde, kam am letzten Werktag vor Weihnachten 2017. Die Führungskraft eines Unternehmens wollte, dass sie schnellstmöglich mit ihrer Arbeit und den Konfliktbeteiligten beginnt – und ohne die Führungskraft. Diese wollte nämlich erst einmal in den Urlaub. „Was mich besonders daran aufgeregt hatte, war, dass alles, was erst im neuen Jahr zu bearbeiten gewesen wäre, nicht mehr so wichtig war. Es ist ja noch so viel Zeit bis zum nächsten Weihnachten ...“.

Mittlerweile checkt Ulla Schnee ab, wie ernsthaft die Anfrage ist und beschäftigt sich dann damit. Je länger ein Konflikt dauert, desto heftiger wird er. Das weiß jeder, der mit Konflikten zu tun hat. Die Frage, die jedoch immer bleibt: Warum wird so oft erst am Jahresende an die Konfliktklärung gedacht? Soll es etwa ein Weihnachtsgeschenk sein?

Wer einen Konflikt in seinem Unternehmen klären möchte, sollte nicht zu lange warten. Experten für Konfliktmanagement sind als neutrale Dritte wertvolle Begleiter für einen Konfliktlösungsprozess. Denn einen Konflikt »später« lösen dauert. Je nach Schwere auch länger als bis Weihnachten.

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