26.06.2019

Was treibt Menschen an, über andere zu reden?

Jeder kennt es: Am Arbeitsplatz wird gerne einmal gelästert. Sei es über die Schuhe der neuen Kollegin, den Haarschnitt des Chefs oder den Dialekt eines Mitarbeiters. Doch was passiert, wenn dieses Lästern über die normale Psychohygiene hinausgeht und anderen das Leben schwer macht?

Die Liste der »Lästerthemen« ist lang: Wer hat mehr oder besser gearbeitet? Wer bekommt wieder die Projektleitung? Wer hat einen längeren Jour fixe oder wer bekommt Prämien für Sonderaufgaben? Weitere Themen, bei denen schnell ins Übereinander-Sprechen verfallen werden kann, sind: Alter, Geschlecht, Modegeschmack, Herkunft und Religion. Wenn jemand dann noch Zuhörer für seine Lästereien findet, beginnt das gemeinsame und meist ständige Reden über Dritte.

Antriebsfeder für Gerede
Es gibt mehrere Thesen, warum es zu solchen Situationen kommt. Zum Beispiel denken einige Führungskräfte, dass ihre Mitarbeiter zu wenig zu tun haben und nichts mit ihrer Zeit anzufangen wissen, sodass sich Lästereien entwickeln. Oder, dass Menschen, die über Dritte reden, einfach ein uninteressantes Leben führen. Wieder andere denken gar nicht darüber nach, was sie sagen und merken nicht, dass sie für Missstimmung sorgen und gleichzeitig einen Nährboden für Konflikte bereiten. Es ist vollkommen normal, über andere Personen zu sprechen – im Sinne von Erstaunen oder im Positiven. Aber bei manchen geht es soweit, dass sie bei anderen regelrecht Dinge sammeln, worüber sie dann wiederum in weiteren Unterhaltungen schlecht sprechen können. Was treibt diese Menschen an? Oder andersherum gefragt: Was fehlt diesen Menschen am Arbeitsplatz, dass sie sich mit solchen Lästereien beschäftigen?

Motivation als Schlüssel zur Selbstzufriedenheit
In Unternehmen, in denen Führungskräfte, Teams und Mitarbeiter zufrieden und ausgelastet sind, motiviert und engagiert an ihre Arbeit gehen, kommt es nur selten zu überbordenden Lästereien. Wer als dazu neigt, über Dritte zu sprechen, könnte sich fragen, was ihn davon abhält, dafür zu sorgen, dass seine Tätigkeit seinen Interessen entspricht. Die Arbeit ist natürlich kein Hobby, dennoch haben sich die meisten ihren Beruf frei ausgesucht und können in vielen Bereichen darauf Einfluss nehmen, selbst motiviert zu bleiben. Es gibt natürlich immer Führungskräfte, die nach dem Motto: „Nichts gesagt, ist Lob genug.“ agieren und der geleisteten Arbeit nicht die nötige Anerkennung entgegenbringen, was wiederrum demotivierend wirkt. Hiervon kann man sich frei machen und selbst dafür sorgen, motiviert zu bleiben. Wer motiviert und mit einem guten Gefühl zur Arbeit geht, der wird wenig Ambition haben, ständig negativ über andere zu reden.

zurück