18.01.2017

Mal etwas anderes ...

Neulich las ich einen Artikel in der RP, der mir das Vergnügen bereitete, politische Rhetorik genießen zu dürfen. Am Ende dachte ich, Slapstick zu lesen und lachte laut beim Frühstück los. »Jeder Jeck ist anders«, sagt man bei uns und hakt so etwas unter »nicht ernst zu nehmen« und »auf den nächsten Gag warten« ab. Das macht aber nicht jeder.

So manch’ einer von uns und ich gehöre bisweilen auch dazu, reagieren sehr persönlich getroffen, empfindlich und – Achtung jetzt wird es böse – schlagen unter dem Deckmäntelchen der eigenen Sensibilität furchtbar zurück. Schlimmstenfalls stacheln wir andere an, es für uns zu tun, weil wir ja so getroffen sind und es selbst nicht schaffen. Aber wir schaffen es, andere anzustacheln.

Das witzige war – und das geschah rein zufällig, obwohl es wie die Faust aufs Auge zu dem Artikel passte – dass ich zwei Stunden später von meinem klugen Kollegen den klugen Satz hörte, der sinngemäß lautet: „Ich kann nicht beeinflussen, was andere über mich denken und sagen. Jedoch habe ich die Freiheit zu entscheiden, ob es mich interessiert oder nicht, bzw. wie ich damit umgehe.“

Das ist leicht gesagt. Aber welche Aussage steckt dahinter? Dass ich die Freiheit und damit die Macht über meine Gedanken und Empfindungen, meine Haltung und meine Reaktion habe.

Was denken Sie darüber? „Das ist ja völliger Blödsinn, wenn der mich doch beleidigt hat.“ Ja, und? Wer gibt ihm denn die Macht, mich zu beleidigen? Ich entscheide doch, ob ich beleidigt bin oder wer mich beleidigen kann? Wenn ich mich nicht beleidigt fühle, was macht denn dann ein anderer mit seinen Äußerungen über mich? Er läuft er ins Leere, oder?

Manch ein Konflikt entsteht genau an diesem Wendepunkt im Kontakt. Gebe ich die Macht über meine Wahrnehmung ab und liefere mich aus, indem ich in die Spirale des »Bekämpfens« einsteige oder behalte ich die Macht über meine Wahrnehmung und frage mich, worum es mir geht?

Eine spannende Frage ... Was denken Sie darüber?

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