06.08.2019

Lästereien am Arbeitsplatz

Warum sich Menschen dazu hinreißen lassen, negativ über andere zu sprechen und was man dagegen tun kann, weiß Ulla Schnee

Die Liste der Themen über die am Arbeitsplatz gelästert ist lang – von Kleidung über Herkunft bis hin zu Alter und Geschlecht. „Wenn jemand dann noch Zuhörer für seine Lästereien findet, beginnt das gemeinsame und meist ständige Reden über Dritte“, erklärt Konflikt-Expertin Ulla Schnee, die Menschen dabei unterstützt, ihre Einstellung zu Konflikten und den Umgang damit zu verändern.

Es gebe mehrere Thesen, warum es zu solchen Situationen kommt. Eine besagt, dass Führungskräfte denken, ihre Mitarbeiter hätten zu viel Zeit, um sich mit Lästereien zu beschäftigten. Eine andere, dass Menschen, die sich zu viel mit dem Gerede über Dritte beschäftigen, selbst ein langweiliges Leben führen. Bei manchen ginge es im Arbeitsalltag soweit, dass regelgerecht Dinge gesammelt würden, um schlecht über andere sprechen zu können. Daraus ergeben sich, laut der Expertin, folgende Fragen: „Was treibt Menschen an, über andere zu reden? Oder „Was fehlt diesen Menschen am Arbeitsplatz?“

„Wenn diese Lästereien über die normale Psychohygiene hinausgehen, bereiten sie einen Nährborden für Konflikte“, führt Ulla Schnee aus. Wer dazu neigt über Dritte zu sprechen, sollte sich selbst reflektieren und fragen, wie er seine eigene Situation am Arbeitsplatz verändern kann. Auf viele Bereiche der eigenen Tätigkeit könne Einfluss genommen werden, um diese so zu gestalten, dass kein Platz für Lästereien bleibt.

Wer dafür sorge, sich am Arbeitsplatz selbst zu motivieren, um mit einem guten Gefühl in die Arbeit zu gehen, der werde wenig Ambition haben, negativ über andere zu sprechen. „In Unternehmen, in denen Führungskräfte, Teams und Mitarbeiter zufrieden und ausgelastet sind, wird es selten zu überbordenden Lästereien kommen“, schließt Schnee.

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