30.09.2019

Junge Mitarbeiter möchten Veränderungen vorantreiben – ist das überhaupt gewollt?

Was passiert, wenn junge Mitarbeiter Veränderungen vorantreiben wollen, die die Älteren gar nicht möchten? Oder das Unternehmen an Bewährtem festhält? Je nachdem an welcher Stelle neue Ideen eingebracht werden, gibt es Potenzial für Konflikte. Genauso kann es sein, wenn junge Mitarbeiter von einem Start-up oder einer agilen Organisation in ein Unternehmen mit klassischen Hierarchien wechseln.

© shutterstock.com | Dmirty Guzhanin

Wenn Menschen in einem Unternehmen Veränderungen implementieren wollen, kann es ein regelrechtes Beben auslösen. Es gibt Mitarbeiter, denen es Freude macht mitzugehen, bei anderen macht sich Unmut breit. Das Ergebnis sind nicht selten Spaltungen und Konflikte.

Veränderungen werden ausgebremst
Wenn junge Menschen aus Start-ups oder anderen agilen Organisationen unter der Vorstellung zu einem Unternehmen gelockt wurden, man könne sie dort gut brauchen, denn man möchte als Unternehmen unbedingt agiler werden, dann stoßen sie oft an Grenzen. Es gibt Unternehmen, die sich nur schwer auf Veränderungen einstellen können und wollen, obwohl sie es propagieren. Ideen aus den unteren Ebenen haben es extrem schwer und werden nach langem Ringen höchstens in einzelnen Abteilungen oder kleineren Teams quasi unter der Hand gelebt. Beharrt ein Unternehmen noch auf den klassischen Hierarchien wird alles, was dort passiert, jede Veränderung, die gemacht wird, dem Führungsprinzip der Linie entsprechen. Selbst wenn dort en masse Schulungen zum Thema Agilität abgehalten werden, lassen sich diese schweren »Unternehmenstanker« nur sehr langsam bewegen. Dieser Gegenwind kann dazu führen, dass junge Mitarbeiter daran zerbrechen, neue Ideen zu forcieren und ihre »PS« nicht auf die Straße bringen. Die Einschüchterung durch gelebte und starre Hierarchien demotiviert Mitarbeiter, birgt Enttäuschungen auf beiden Seiten und ruft Konflikte hervor.

Agilität fördern
Die Mitarbeiter, die sich nicht einschüchtern lassen, sondern die Dinge weiter vorantreiben, sollten sich vor Augen halten, dass sie genau deshalb ins Unternehmen geholt wurden. Bei Widerstand, den sie zwangsweise erfahren, ist es wichtig bei der Sache zu bleiben und sich auf das Thema zu fokussieren, Dinge nicht persönlich zu nehmen und ein ausgeprägtes Maß an Geduld und Diplomatie mitzubringen. Im Gegenzug ist es relevant, dass sich die verantwortlichen Personen im Unternehmen bewusst machen, in welchem Rahmen Agilität gefördert werden soll und wie auch die Menschen, die den klassischen Hierarchien immer treu waren, mitgenommen werden können. Es gilt zu überlegen, welche Schritte zu welcher Zeit sinnvoll sind, welche alle Ebenen gemeinsam gehen oder welche auf unterschiedlichen Ebenen parallel ablaufen können. Schließlich geht es bei agilem Arbeiten um das Ziel, die Aufgaben bestmöglich im Sinne aller Beteiligten zu erledigen – das gelingt nur, wenn Veränderung vorangetrieben wird.

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