03.11.2017

Inneres Grummeln und die anderen sind schuld

Zu bestimmten Themen, Personen oder Situationen grummelt es in Ihnen. Kennen Sie das auch?

 

Gerade heute merke ich, dass es wieder in mir grummelt. Grummeln bedeutet, dass ich z. B. mit einer Situation nicht zufrieden bin, eher nichts oder nichts Genaues dazu sage und hoffe, es wird von alleine anders. Diese Hoffnung wird manchmal erfüllt, jedoch eher selten. Meistens wird es zu einer wiederkehrenden Situation.

Es geht um Kleinigkeiten, die irgendwann auswachsen – im Sinne von groß werden. Hierzu könnte ich Ihnen viele, viele Beispiele geben, die im Allgemeinen einen hohen Wiedererkennungswert haben und andererseits so unbedeutend sind.

10 Prozent Unzufriedenheit

Ein Beispiel: Seit einiger Zeit arbeite ich mit einer Kollegin zusammen und immer wieder bin ich in Teilen mit ihrer Performance unzufrieden. Ich sage es Ihr jedoch nicht. Das führt dazu, dass ich zwischendurch froh bin, wenn ich nichts mit ihr zu tun habe oder zumindest selten. Ebenso führt es dazu, dass in den Fällen, in denen ich zufrieden mit der Zusammenarbeit sein könnte, ich es nicht mehr bin. Ist das nicht – entschuldigen Sie bitte den Ausdruck – bekloppt? Vor allem, weil ich objektiv zu 90 % zufrieden bin. Was trägt zu meinem „bekloppten“ Verhalten bei? 

Mit erhobenem Zeigefinger

In diesem Fall ist es der erhobene Zeigefinger, den ich im Gespräch natürlich nicht sehe, jedoch höre. Und das strengt mich nicht nur kolossal an, es ruft auch Blockaden in mir hervor. Das ist selbstverständlich alles die Schuld meiner Kollegin. Das zumindest sagt das Teufelchen auf der einen Seite meiner Schulter zu mir und noch viele andere Dinge mehr. Auf der anderen Seite sitzt kein Engelchen, sondern die erwachsene, normal denkende Frau, die ich auch bin. Diese Frau sagt im Klartext: Das ist nicht Dein Ernst! Du willst wirklich anderen die Schuld für deine Reaktion geben, nur weil du dich an Gefühle aus der Grundschulzeit erinnert fühlst? Sorry, das ist zu lange her und das geht auch anders. Was genau stört dich? Was hättest du gerne anders? Was davon liegt in deiner Hand zu ändern? Was bleibt bei deiner Kollegin?

Nach Beantwortung der Frage bleibt bei der Kollegin lediglich ein Punkt zurück: Ich hole mir die Information zum inhaltlichen Aspekt. Der Rest ist meine Sache, mein Grummeln, nicht ihre Schuld.

 

 

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