01.02.2017

Ich stecke mitten in einem Konflikt

Suche ich selbst nach Lösungen oder lieber Allianzen?

Können Sie sich noch an den letzten so richtig miesen Konflikt erinnern, in dem Sie verwickelt waren? Versuchen Sie bitte mal, sich gedanklich in diese Zeit zurückzuversetzen. Wie schlecht ging es Ihnen da? Unser erster Impuls ist doch, „den Sch...“ so schnell wie möglich loszuwerden, auf gar keinen Fall Auslöser, mitschuldig oder ähnliches zu sein und danach nicht mehr in Zusammenhang damit gebracht werden. Das waren ja schließlich andere ...

Beruflich suchen wir natürlich nach Lösungen und zwar immer. Privat, ich überlege mal kurz. Ja, sicher. Natürlich auch.
Tatsächlich scheinen wir oft einen Konflikt am besten »händeln« zu können, indem wir so viele und so starke Zustimmende für unsere Seite des Konflikts, für unsere Seite der Front finden und mobilisieren – Allianzen also.

Es gibt immer Menschen, die sich gerne für die Themen und Bedürfnisse anderer stark machen und sich so sehr identifizieren als wären es ihre eigenen Konflikte. Sie selbst können dann Ihre Energien für andere Dinge im Leben nutzen und wenn der Konflikt lange genug dauert, weiß am Ende keiner mehr, dass Sie auch dabei waren. Und wenn ja, dann nur am Rande.

Allianzen schüren zeigt auch, wie wichtig uns ein Thema ist – scheinbar. Je mehr wir uns engagieren, je mehr wir uns hineinsteigern, desto wichtiger, desto mehr ist es ein Herzensthema ... scheinbar. Doch weit gefehlt. Ich habe drei Antwort-Varianten für Sie:

Die freundliche: Wir sind emotional so angegriffen, dass wir uns ohne Unterstützung nicht zu helfen wissen und wir für die richtige Entscheidung kämpfen.

Die weniger freundliche: Wir nutzen unsere Kompetenz zum Schüren eines Konflikts statt zur Lösung.

Und die ganz unfreundliche: Es ist uns völlig egal, was aus der Sache wird. Sie interessiert uns nicht mehr. Uns geht es nur noch ums Gewinnen. Wenn wir gewinnen, verliert der andere.

Tatsächlich? Und wenn ja, was haben wir davon? Meistens nicht viel und schon gar nicht langfristig. Was hält uns also davon ab, von Anfang auf die Sache zu schauen, hart um sie zu kämpfen und die beteiligte Person als unseren Verhandlungspartner auf Augenhöhe zu sehen, statt sie zu attackieren wie einen Feind, den es zu vernichten gilt?

Die meisten Konfliktpartner im Unternehmen sind auch nach dem Konflikt noch da, was bedeutet, wir tun außerdem gut daran, auch das in Betracht zu ziehen.

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