15.04.2019

Agilität: Wohin mit den Führungskräften?

VUKA, New Work, Arbeit 4.0, Digitalisierung, Agiles Arbeiten, ... seit Jahren lesen und hören wir davon und es wird mehr und mehr. Manchmal weiß man gar nicht, was daran noch neu ist. Manchmal ist dann doch alles komplett neu. Tatsache ist: Die Arbeitswelt befindet sich in einer starken Veränderungsphase. Der Ruf nach selbstverantwortlich arbeitenden, selbstbestimmten Teams wird lauter. Braucht es also bald gar keine Führungskräfte mehr?

Die Folgen der Agilität
Eine ganz normale Entwicklung mit steigender Agilität ist, dass Teams (immer wieder) neu zusammengestellt werden, je nach Thema, Auftrag oder Projekt. Dabei kann es vorkommen, dass ein Mitarbeiter die Leitung eines Projekts innehat und eine ihm höher gestellte Person »nur« Mitarbeitender im Team ist. Manche kennen das schon so, für andere ist es neu. Solange sie fachlich höher gestellt sind und die disziplinarische Ebene sich nicht verschiebt, scheint es zu gehen. Manchmal auch nicht.

Was ist, wenn Arbeitsfelder so organisiert sind, dass sie multiprofessionell besetzt sind? Wer leitet dann? Und wenn dazu noch das temporäre Leiten des Projektes kommt und die Projektleitungen zurück ins Glied gehen, um dem nächsten Thema Platz zu machen?

Führung wird infrage gestellt
Agile Teams arbeiten selbstverantwortlich und selbstgesteuert. Das bedeutet auch, dass unterschiedliche Professionen zusammenkommen können und weitestgehend ohne Führung arbeiten. Es gibt also keinen Vorgesetzten. Das alleine kann einerseits Freude und Motivation auslösen und andererseits ungeahnte Energien in Richtung »Wer darf bestimmen?« freisetzen. Das Thema Macht auf der Basis von Wissen verändert sich. Wohin mit den Führungskräften? Aus meiner Sicht wird themenbezogene Projektarbeit bereits seit Jahren in vielen Unternehmen gelebt. Allerdings mit der Herausforderung, dass durchaus höher gestellte Führungskräfte sich dem Projektleiter in der Sache unterzuordnen haben. Ein Teil Agilität ist also schon lange bekannt – zumindest in der Theorie.

Wie lernen Menschen, dass Mitarbeiterführung sich erheblich verändern wird?

Mich interessieren Ihre Erlebnisse
Als Konfliktmoderatorin frage ich mich, wie sich Gruppendynamiken verändern werden. Ob man einen Mitarbeiter »resetten« kann und alles, was bisher im Kontakt mit Kollegen war, neutral wird oder im besten Fall positiv sachorientiert. Mich interessieren die Erfahrungen mit den nun entstehenden Gruppen- und Teamdynamiken, die Hoffnungen, die Sorgen und der Umgang mit Konflikten. Werden sie weniger? Werden sie mehr? Werden sie anders?

Ein Thema, das mich zunehmend in der Konfliktmoderation beschäftigt.

Ich freue mich über Ihre Erfahrungen, Ideen, Fragestellungen!

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