29.07.2019

Ärgern führt zu Mobbing

In meiner Tätigkeit begegnen mir Situationen, in denen sich die Frage stellt, ob Menschen sich darüber bewusst sind, dass in ihrem Team schon seit Jahren Mobbing läuft. Aus der Intention heraus, den anderen nur ein bisschen ärgern zu wollen, kann Mobbing entstehen. Wie kommt es dazu und was kann man dagegen tun?

In vielen Fällen beginnt es damit, dass eine Person im Unternehmen einer anderen die Position nicht gönnt. Findet diese neidische Person noch drei oder vier weitere Kollegen, die genauso missgünstig gesinnt sind, dann stellen sie schnell fest, dass es sich gemeinsam leichter ärgern lässt. Es entsteht eine Allianz, die sich gegen die andere Person verbündet.

Kleinigkeiten oder Mobbing?
Mobbing beginnt oft mit Kleinigkeiten: Die andere Person wird nicht ausreichend informiert, man macht sich über sie lustig, gibt nur teilweise richtige Antworten, unterstellt ihr dauerhaftes Fehlverhalten oder unterbricht sie vor Publikum, mit der Absicht, sie in einem schlechten Licht erscheinen zu lassen. Das geschieht in unregelmäßigen Abständen, da es nicht der Plan der Missgünstigen ist, Mobbing zu betreiben, sondern sie den anderen nur ärgern wollen. Diese Gruppe führt ihre Unternehmungen so lange fort, bis es irgendwann zum Eklat kommt.

Was, wenn es knallt?
Durch die andauernden Sabotageversuche, indem eine Person vorgeführt wird oder nicht die Informationen erhält, die sie braucht, um Projekte voranzutreiben, knallt es in einem Team oder einer Abteilung früher oder später. Die anfängliche Strategie, den anderen »nur« etwas zu ärgern, artet aus. Daraus ergeben sich unterschiedliche Situationen: Es gibt Menschen, die sehr empfindlich darauf reagieren und solche, die sich nicht dafür interessieren. Diejenigen, die sensibel sind, haben ein hohes Risiko, demotiviert, krank und unglücklich zu werden, was letztendlich auch dem Unternehmen schadet. Andere nehmen das Verhalten der Neider zwar wahr und ernst, wollen sich jedoch nicht damit auseinandersetzen und besorgen sich z. B. selbst die relevanten Informationen. Auch wenn es hier kein klassisches Opfer gibt, liegt ebenfalls Mobbing vor. Was kann man tun?

Erst denken, dann handeln
Gerade in einer Gruppe entsteht schnell eine Dynamik, bei der es zu Mobbing kommen kann. Personen, die gar nicht beabsichtigen, anderen bewusst zu schaden, sondern denjenigen nur ein bisschen ärgern wollen, erschrecken oft, wenn sie feststellen, was sie mit ihren Handlungen auslösen und dass sie z. B. Mobbing betreiben. Aus diesen vermeintlichen Kleinigkeiten können erhebliche Konsequenzen erwachsen. Deshalb ist es umso wichtiger, über seine Handlungen nachzudenken. Für Führungskräfte gilt es, das eigene Team aufzuklären und für das Thema Mobbing zu sensibilisieren. Wenn jeder achtsam ist und dem anderen Wertschätzung entgegenbringt, wird Mobbing chancenlos

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